Baby hochnehmen, halten und ablegen: Handgriffe Schritt für Schritt
Dein Baby liegt vor dir, und du überlegst: Wohin mit den Händen, damit Kopf und Körper guten Halt haben? Fasse dein Baby körpernah, führe die Bewegung langsam aus und sichere den Kopf, solange es ihn noch nicht zuverlässig selbst halten kann. Du kannst es über die Seite aufnehmen oder mit einer Hand unter Kopf und Nacken und der anderen unter dem Po direkt anheben. Hier erfährst du, wie diese Handgriffe funktionieren, wie du dein Baby im Arm hältst und wie du es wieder ablegst.
Inhalt: Baby hochnehmen, halten und ablegen
- Kurz zusammengefasst
- Ein Neugeborenes kann seinen Kopf noch nicht zuverlässig selbst halten
- Bevor du dein Baby hochnimmst
- Das Baby aus der Rückenlage hochnehmen
- Drei Haltegriffe für den Babyalltag
- Die Haltung wechseln und das Baby übergeben
- Das Baby langsam wieder ablegen
- Wenn du dich beim Halten noch unsicher fühlst
- Ein vertrauter Ablauf entsteht durch Wiederholung
- Im Zusammenhang interessant
Kurz zusammengefasst
- Kopf und Körper gemeinsam führen. Ein junges Baby braucht beim Aufnehmen und Halten Unterstützung. Entscheidend ist seine tatsächliche Kopfkontrolle; eine bestimmte Lebenswoche allein sagt dir nicht, wann deine Hand überflüssig wird.
- Über die Seite oder direkt mit Kopfstütze aufnehmen. Beim seitlichen Aufnehmen drehst du dein Baby zunächst auf die Seite und hebst es dann nah an deinen Körper. Beim direkten Aufnehmen trägt eine Hand Kopf und Nacken, die andere den Po.
- Die Haltung darf wechseln. Wiegehaltung, aufrechtes Halten und Fliegergriff bieten unterschiedliche Möglichkeiten für Nähe und Kontakt. Probiere eine Position ruhig aus und achte darauf, ob dein Baby darin gut gestützt liegt und sich wohlfühlt.
- Beim Umgreifen bleibt der Halt erhalten. Die neue Hand übernimmt, bevor die bisherige loslässt. Beim Ablegen führst du dein Baby langsam über die Seite auf die Unterlage und drehst es anschließend auf den Rücken.
- Zum Schlafen auf den Rücken legen. Die Seitenlage beim Aufnehmen und Ablegen ist eine kurze Bewegung unter deiner Führung. Für den Schlaf legst du dein Baby in Rückenlage auf eine feste, ebene Matratze.
Die folgenden Abschnitte erklären die Handpositionen und Übergänge im Einzelnen.
Ein Neugeborenes kann seinen Kopf noch nicht zuverlässig selbst halten
Deshalb musst du Kopf und Nacken beim Aufnehmen, Halten, Wechseln der Position und Ablegen durchgehend unterstützen. Führe Kopf und Körper gemeinsam, damit der Kopf nicht unkontrolliert wegkippt.
Auch beim Umgreifen bleibt die Unterstützung bestehen: Erst wenn die andere Hand, dein Unterarm oder deine Armbeuge Kopf und Nacken sicher übernimmt, veränderst du den bisherigen Griff. Diese Hilfe braucht dein Baby so lange, bis es seinen Kopf in der jeweiligen Bewegung zuverlässig selbst kontrollieren kann.
Bevor du dein Baby hochnimmst
Geh so nah an die Unterlage heran, dass du dein Baby gut erreichen kannst. Sprich es an und berühre es, bevor du es bewegst: „Ich nehme dich jetzt hoch.“ Du musst dafür kein bestimmtes Ritual einhalten. Die kurze Ankündigung verbindet deine Stimme mit der Berührung.
Schaffe dir zuerst einen stabilen Stand. Liegt dein Baby auf einer Matte am Boden, geh in die Knie oder knie dich daneben. Bring es beim Anheben nah zu dir, statt es mit ausgestreckten Armen zu tragen. Wenn dir nach der Geburt eine Bewegung wehtut, lass dir eine angenehmere Ausgangsposition zeigen. Die Hinweise des NHS zum rückenschonenden Heben und Beugen erläutern diese Grundhaltung.
Die Anleitung richtet sich an den üblichen Umgang mit einem jungen Baby. Hat dein Kind wegen einer Erkrankung, Verletzung oder Frühgeburt eine besondere Anleitung zum Aufnehmen bekommen, richte dich nach dieser individuellen Anleitung.
Halt geben, ohne festzuhalten
Trage den Körper deines Babys mit deinen Händen und Armen. Ziehe es nicht an Händen, Armen oder Beinen hoch. Gut gestützt darf es seine Arme und Beine bewegen.
Das Baby aus der Rückenlage hochnehmen
Über die Seite aufnehmen
Du stehst vor der Wickelkommode, die Füße deines Babys zeigen zu dir. Bei der folgenden Variante schiebst du nach dem Drehen eine Hand und den angrenzenden Unterarm unter das Baby. Diese Seite übernimmt Kopf, Nacken und oberen Rücken; die andere Hand trägt den Po.
1. Kontakt aufnehmen und den Körper führen.
Sprich dein Baby an. Lege eine Hand flächig an seinen Brustkorb und die andere seitlich an den oberen Rücken. Führe es langsam als Ganzes auf eine Körperseite. Kopf, Schultern und Becken folgen gemeinsam; du ziehst nicht an einem Arm.

2. Hand und Unterarm unterlegen.
Während die eine Hand dein Baby am Brustkorb in der Seitenlage sichert, führst du die andere von der nun zugänglichen Rückenseite unter seinen Körper. Schiebe diese offene Hand bis unter Nacken und Hinterkopf. Der angrenzende Unterarm kommt unter dem oberen Rücken zu liegen. Dein Baby liegt währenddessen noch auf der Wickelauflage.

3. Das Baby auf die Unterstützung übernehmen.
Führe seinen Rücken behutsam auf die untergelegte Hand und den Unterarm. Kontrolliere dabei die Position: Der Hinterkopf liegt in deiner Hand, der Nacken ist unterstützt und kann nicht nach hinten wegkippen. Kopf und Rumpf bleiben in einer natürlichen Linie.

4. Die zweite Hand unter den Po führen.
Wenn Kopf und oberer Rücken getragen werden, wechselst du mit der bisher am Brustkorb liegenden Hand unter den Po. Jetzt unterstützen beide Hände das Baby bereits, bevor du es von der Unterlage hebst.

5. Langsam und körpernah hochnehmen.
Hebe dein Baby als Ganzes an und bring es nah an deinen Oberkörper. Es bleibt dabei liegend bis leicht schräg unterstützt. Richte dich auf, ohne den Kopf nach hinten abkippen zu lassen.


Behalte diese Unterstützung zunächst bei. Für den anschließenden Wechsel in eine andere Halteposition gilt: Die neue Unterstützung übernimmt, bevor die bisher tragende Hand loslässt.
Direkt aufnehmen: eine Hand unter Kopf und Nacken, eine unter den Po
Auch beim direkten Aufnehmen bleibt dein Baby durchgehend unterstützt. Es liegt zunächst auf dem Rücken. Geh nahe genug heran, damit du es körpernah anheben kannst.
1. Kopf und Nacken unterfangen. Schiebe eine Hand vorsichtig unter den Hinterkopf und den Nacken. Die Hand trägt den Kopf von unten.

2. Die zweite Hand unter den Po schieben. Lege die andere Hand flächig unter den Po, sodass sie das Becken trägt. Dein Baby bleibt auf der Unterlage, bis beide Hände sicher liegen.

3. Gemeinsam anheben und heranholen. Hebe Kopf und Körper langsam zusammen an und bring dein Baby nah an deinen Oberkörper. Die Unterstützung von Kopf, Nacken und Po bleibt während der gesamten Bewegung bestehen.

Anschließend in die Wiegehaltung wechseln
Dabei verändert sich die Aufgabe deiner Hände. Im folgenden Beispiel liegt zunächst die rechte Hand unter Kopf und Nacken, die linke unter dem Po. Du kannst die Seiten entsprechend vertauschen.
1. Die Kopfstütze übergeben. Halte dein Baby nah an deinem Oberkörper. Führe die linke Hand vom Po am Rücken entlang zu Kopf und Nacken. Der Körper bleibt dabei an dich angelehnt und auf deinen Unterarmen abgestützt. Die rechte Hand sichert den Kopf weiter.

2. Den tragenden Arm unterlegen. Sobald die linke Hand Kopf und Nacken sicher unterstützt, führst du die rechte Hand unter den Po. Der rechte Unterarm kommt dabei unter den Rücken.

3. Den Kopf in die Armbeuge führen. Führe den Kopf behutsam in deine rechte Armbeuge. Die linke Hand unterstützt ihn so lange, bis Kopf und Nacken dort sicher liegen. Nun trägt dein rechter Unterarm den Rücken, die rechte Hand den Po.

Video: alternatives Hochnehmen aus der Rückenlage
Dieses Video zeigt noch einmal eine etwas andere Möglichkeit, das Baby sicher aus der Rückenlage hochzunehmen.
Länge: 4 Minuten
Wenn dein waches Baby auf dem Bauch liegt
Du kannst es zunächst zurück in die Rückenlage führen und dann wie oben aufnehmen. Lege dafür eine Hand an seinen Brustkorb und die andere an seinen Rücken. Drehe es langsam über die Seite zurück; achte darauf, dass der unten liegende Arm nicht unter dem Körper eingeklemmt wird.
Diese Bauchlage gehört zur wachen, begleiteten Zeit. Nach dem Ablegen zum Schlafen liegt dein Baby auf dem Rücken.
Drei Haltegriffe für den Babyalltag
Du brauchst keine feste Reihenfolge und musst nicht ständig die Position wechseln. Entscheidend ist, dass dein Baby gut getragen wird, sein Gesicht frei bleibt und auch du bequem halten kannst. Solange es noch nicht selbstständig sitzen kann, braucht sein Rücken beim Tragen Unterstützung.
Wiegehaltung: nah bei dir im Arm
Dein Baby liegt quer vor deinem Oberkörper. Sein Kopf ruht in deiner Armbeuge, dein Unterarm trägt den Rücken. Die andere Hand und der zweite Arm unterstützen Po und Beine. Achte darauf, dass der Kopf nicht seitlich aus der Armbeuge wegrutscht.
So kannst du dein Baby anschauen und mit ihm sprechen. Wenn deine Arme müde werden, setz dich hin und stütze sie auf deinen Oberschenkeln oder einer Armlehne ab. Behalte den Körper deines Babys dabei vollständig in deinen Armen.

Aufrecht an Brust und Schulter halten
Bring dein Baby mit dem Bauch zu dir an deine Brust. Eine Hand trägt den Po, die andere liegt am oberen Rücken und sichert bei Bedarf Kopf und Nacken. Sein Kopf kann an deiner Brust beziehungsweise Schulter ruhen. Mund und Nase bleiben frei; sein Gesicht darf nicht in Kleidung oder an deinem Körper verdeckt sein.
Halte es so, dass du sein Gesicht beziehungsweise seine Kopfposition kontrollieren kannst. Ein Neugeborenes braucht dabei mehr Unterstützung als ein Baby, das den Kopf schon zuverlässig selbst hält. Kurzes Kopfheben bedeutet noch nicht, dass es ihn bei jedem Positionswechsel sicher führen kann.

Fliegergriff: bäuchlings auf deinem Unterarm
Beim Fliegergriff liegt dein Baby mit dem Bauch auf deinem Unterarm. Der Kopf liegt seitlich im Bereich deiner Armbeuge und wird mitgetragen; dein Unterarm unterstützt Brustkorb und Bauch. Mit der zweiten Hand sicherst du den Körper zusätzlich. Lege dein Baby für den Wechsel zunächst gut gestützt auf deinen Schoß, wenn dir das Umgreifen im Arm noch schwerfällt.
Achte darauf, dass Kopf und Hals nicht abknicken und Mund und Nase frei sind. Der Kopf hängt nicht ungestützt über deinen Arm. Manche Babys mögen diese Haltung, andere lieber die Wiegehaltung oder das aufrechte Halten. Wenn dein Baby sich darin unwohl fühlt, wechsle zurück in eine gut gestützte Position. Der Griff ist eine mögliche Tragehaltung, kein Versprechen, dass Bauchweh oder Schreien verschwinden.
Eine Bewegungsdemonstration findest du in der Videosammlung zum Babyhandling der Uniklinik Münster; in ihrer Mediathek ist das Drehen aus der Rückenlage in den Fliegergriff als eigener Ablauf aufgeführt.

Kopfkontrolle ist noch keine Sitzreife
Dass dein Baby den Kopf halten kann, bedeutet nicht, dass es schon frei sitzen kann. Unterstütze beim Tragen weiterhin seinen Rücken, solange es noch nicht selbstständig sitzt.
Die Haltung wechseln und das Baby übergeben
Beim Wechseln bleibt dein Baby nah an deinem Oberkörper. Die neue Unterstützung übernimmt, bevor die bisherige Hand loslässt. Möchtest du beispielsweise von der Wiegehaltung zum aufrechten Halten wechseln, führe eine Hand an oberen Rücken und Nacken. Mit der anderen trägst du weiter den Po. Richte dein Baby erst auf, wenn Kopf und Körper auf diese Weise unterstützt sind.
Für die Übergabe hältst du es zunächst mit einer Hand unter Kopf und Nacken und der anderen unter dem Po. Die andere Person legt ihre Hände entsprechend dazu beziehungsweise darunter und übernimmt das Gewicht. Sag kurz, wann du loslässt. Wenn jemand noch ungeübt ist, kann die Person sich hinsetzen und du legst ihr das Baby in die vorbereiteten Arme. Die Bilder des Raising Children Network zeigen auch das unterstützte Halten im Sitzen.

Ein heißes Getränk oder das Kochen am Herd passen nicht zum Baby auf dem Arm. Lege es dafür zuerst sicher ab oder übergib es einer anderen Person.
Das Baby langsam wieder ablegen
Bring dein Baby zur Unterlage, ohne deine Arme weit auszustrecken. Unterstütze weiterhin Kopf, Rücken und Po.
1. Mit dem Becken beginnen. Führe dein Baby schräg zur Unterlage, sodass zunächst eine Pobacke Kontakt bekommt.

2. Über die Seite ablegen. Senke den übrigen Körper langsam in die Seitenlage. Deine Hände begleiten den Kopf und den Rumpf bis zur Unterlage.

3. Auf den Rücken drehen. Drehe dein Baby anschließend ruhig aus der Seitenlage in die Rückenlage. Erst wenn es vollständig aufliegt, ziehst du deine Hände behutsam weg.

Das ist die umgekehrte Bewegung zum seitlichen Aufnehmen, wie sie die BIÖG-Anleitung darstellt. Weint dein Baby beim Ablegen, ist das allein kein Beweis für einen falschen Griff. Du kannst bei ihm bleiben, mit ihm sprechen oder es erneut aufnehmen.
Seitenlage zum Bewegen, Rückenlage zum Schlafen
Die Seitenlage ist hier ein kurzer Übergang unter deiner Führung. Zum Schlafen legst du dein Baby auf den Rücken in sein Bett mit fester, ebener Matratze. Kissen und lose Gegenstände bleiben außerhalb des Schlafplatzes.
Mehr dazu erläutern die Schlafempfehlungen des BIÖG für das erste Lebensjahr.
Wenn du dich beim Halten noch unsicher fühlst
Setz dich für die ersten Versuche hin. Du kannst mit der Wiegehaltung beginnen und dir Zeit lassen, bevor du eine andere Position ausprobierst. Lass dir bei Bedarf einen einzelnen Übergang von deiner Hebamme oder einer anderen entsprechend erfahrenen Fachperson mit deinem Baby zeigen. Eine konkrete Frage hilft dabei: „Wo liegt meine Hand, bevor ich den Kopf in die Armbeuge gleiten lasse?“
Als Mutter, Vater oder andere Bezugsperson lernst du durch den eigenen Umgang mit dem Baby. Wenn jemand dir etwas zeigt, kannst du danach selbst übernehmen und dir Rückmeldung geben lassen. So entsteht eine eigene vertraute Routine.
Dein Baby muss nicht in jeder Haltung sofort ruhig werden. Du darfst eine Position ändern und erneut ausprobieren, ohne aus seiner Reaktion ein Urteil über dich zu machen. Wenn du beim Halten sehr müde wirst, leg dein Baby in sein Bett. Schlafe mit deinem Baby nicht auf einem Sofa oder Sessel ein.
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Ein vertrauter Ablauf entsteht durch Wiederholung
Beginne mit einer Variante des Aufnehmens und einer bequemen Halteposition. Übe anschließend den Weg zurück auf die Unterlage. Wenn diese Übergänge vertraut werden, kannst du weitere Positionen ergänzen. Gute Unterstützung, ruhige Bewegungen und ein freies Gesicht bleiben dabei die gemeinsamen Grundlagen.
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Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Das Baby richtig hochnehmen und hinlegen. Bildanleitung zu seitlichem Aufnehmen, direktem Aufnehmen mit Kopfunterstützung und Ablegen.
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Das Baby richtig tragen und halten. Haltepositionen und Unterstützung des Rückens.
- SPZ Garmisch-Partenkirchen: Handling für Säuglinge. Bebilderte Anleitung zum Drehen, Aufnehmen und Tragen.
- Raising Children Network: How to hold a baby – in pictures. Direktes Aufnehmen, Wiegehaltung und unterstütztes Halten im Sitzen.
- NHS: Your post-pregnancy body. Hinweise zum Heben und Beugen bei der Versorgung eines Babys.
- Uniklinik Münster: Babyhandling am UKM. Klinikvideos zu einzelnen Bewegungsabläufen, unter anderem zum Aufnehmen und zum Fliegergriff.
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Schlafempfehlungen für das erste Lebensjahr. Rückenlage und geeigneter Schlafplatz.
- NHS: Sudden infant death syndrome (SIDS). Hinweise zu sicheren Schlafsituationen, insbesondere zum Einschlafen auf Sofa und Sessel.
